Das Wunder der Geburt

Auch für uns, die wir ja jeden Tag viel Zeit mit unseren Kühen verbringen, ist sie ein seltenes Erlebnis: Die Geburt.

Normalerweise kalben unsere Kühe am liebsten nachts wenn kein Mensch in der Nähe ist und sie ihre Ruhe haben. Bekommt man doch mal eine Kalbung mit, dann stimmt meistens etwas nicht. Entweder liegt das Kalb falsch im Geburtskanal oder ist zu groß. Seltener sind es auch mal Zwillinge, von denen jeder als Erstes raus möchte.

Aber am Dienstag konnten wir mal wieder eine ganz "normale" Geburt live mitverfolgen.  Sofern man das Wunder der Geburt überhaupt als normal bezeichnen kann.

Am Morgen konnten wir unsere Clara nach den ersten Anzeichen einer bevorstehenden Geburt noch in der Abkalbebox separieren. Dort hatte sie vor den anderen Kühen ihre Ruhe. Auch im freien Gelände sondern sich Kühe zur Kalbung in der Regel von der Gruppe ab.

Dann haben wir sie erstmal allein gelassen und etwa eine Stunde später konnten im letzten Moment noch diese seltenen Bilder machen, dann hatte ein gesundes kräftiges weibliches Kalb auch schon das Licht der Welt erblickt.

Bei erfahrenen Kühen wie unserer 12-jährigen Clara, die nun schon ihr zehntes Kalb zur Welt gebracht hat, geht so eine Kalbung, meistens ratzfatz. Zumindest wenn das Kalb richtig, also mit den Vorderbeinen zuerst, liegt.

Direkt nach der Geburt werden die Kälber dann noch liebevoll von ihren Müttern trocken geleckt und schon einige Stunden später erkennt man kaum mehr einen Unterschied zu den anderen Kälbern. Bis darauf, dass die Neugeborenen noch keine Ohrmarken haben;).
Die anderen Kühe und Kälber kommen immer gern zur Begutachtung des Herden- Nachwuchses. Die neugierigen Nasen hier gehören zu Charlie, Bianca und Paula.